G20-Rückblick

Hamburg hat das wahre Gesicht des Linksextremismus gezeigt: Brennende Autos, zerstörte Cafés, eingeschlagene Fenster. Niemand glaubt mehr, dass Rechtsextremismus schlimmer als Linksextremismus sei – zu Recht. Die blinde Gewalt beider Seiten kann nicht legitimiert werden. Doch eine Sache stört mich an der aufkommenden Diskussion: die Einseitigkeit.

Wir reden über die brennenden Autos, die zerstörten Existenzen und den gewaltsamen Protest. Wir reden nicht über die asiatischen Kinder, die nicht zur Schule gehen können, sondern unsere Kleidung nähen, damit wir uns zu jeder Saison neu anziehen können. Wir reden nicht über die Kleinbauern in Afrika, die ihre Arbeit aufgeben müssen, weil wir deren Märkte mit unseren subventionierten Produkten zerstören. Wir reden nicht über südamerikanische Jugendliche, die ihrer Kindheit und Jugend beraubt werden, damit wir Kaffee und Kakao genießen dürfen. Wir reden nicht über die japanische oder mexikanische Mafia, die Frauen- und Drogenhandel betreibt, Menschen traumatisiert und in den Abgrund reißt. Wir reden auch nicht über den Kongo, in denen Gorillas geschlachtet werden, weil niemand mehr Rinder hält, sondern sich am Bürgerkrieg beteiligt, der mit den Rohstoffen unserer Handys finanziert wird. Wir reden nicht darüber, dass Entwicklungsländer am Klimawandel leiden, den die Industrienationen verursachen.

Anstatt aus unserer bürgerlichen Perspektive auf Hamburg zu schauen, sollten wir den Benachteiligten dieser Welt mindestens genauso viel Mitgefühl und Beachtung schenken wie den Hanseaten, deren Existenzen am Wochenende zerstört wurden.

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2 Kommentare zu „G20-Rückblick

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