Dürfen wir stolz auf unser Land sein?

In Zeiten von PEGIDA stellt sich immer wieder in Diskussionen die Frage, inwiefern Patriotismus berechtigt ist, ob man als Deutscher auf sein Land stolz sein darf. Ich selbst wurde nicht in Deutschland geboren, aber aufgewachsen und bin auch kein Patriot meines Heimatlandes. Jedenfalls sehe ich viele Gründe, die gegen Patriotismus sprechen.

Ein Land ist ein künstliches Gebilde. Es grenzt fast schon an Zufall, weshalb die Landesgrenzen da sind, wo sie sind. Außerdem ist es auch dem Zufall und nicht der eigenen Leistung zu verdanken, dass man in einem bestimmten Land aufgewachsen ist. Genauso ist es auch nicht der eigenen Leistung zu verdanken, dass in demselben Land vor Jahrhunderten berühmte Dichter und Denker gelebt haben, die die Welt revolutioniert haben. Keiner von uns hat einen Tintenklecks an Faust beigetragen, keiner von uns war daran beteiligt. Nur Goethe.

Zudem ist ein Besitzstatus an Land eher fragwürdig, da die Welt vom Grundsatz her erst einmal allen Menschen gehört und man sich in dem Fall das Recht herausnimmt, dieses Grundrecht einem Großteil der Menschen per Geburtsrecht zu entziehen.

Außerdem sind Länder grundsätzlich undankbar, außer man gehört zu denjenigen, die zum Fortschritt enorm beigetragen haben. Sonst interessiert es eben niemanden, was man für dieses Land getan hat. Egal ob du jetzt Soldat, Polizist oder Krankenpfleger bist.

Aber einer der Hauptpunkte ist: Wie kann man auf ein Land mit einer solch schrecklichen Vergangenheit stolz sein? Weshalb sollte man dann stolz darauf sein, dass man durch Zufall in diesem Land geboren wurde? Das bezieht sich nicht nur auf Deutschland, denn andere Länder sind auch kaum besser. Patriotismus geht oft mit Nationalismus Hand in Hand. Das fördert nur den Chauvinismus, der festen Überzeugung der Überlegenheit der eigenen Nation. Diese Form von Gruppennarzissmus ist die wichtigste Voraussetzung für einen Krieg. Die heutige Gesellschaft fördert wiederum den Narzissmus unter anderem durch Isolierung und Konkurrenzdenken, somit ist ein Gruppennarzissmus fast unvermeidlich. Wenn es uns nur gelänge den Gruppennarzissmus auf die gesamte Menschheit auszudehnen, wenn jeder sich als Weltbürger erleben würde und auf die Menschheit sowie auf ihre Leistungen stolz sein könnte, könnte dies den Weg in eine glorreiche Zukunft ebnen.

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