Die Sinnlosigkeit des Lebens

Die Allgemeinheit hält es für die Aufgabe der Philosophie, den Sinn des Lebens zu suchen und zu finden. Albert Camus hat ihn erst gar nicht gesucht – da es ihn nicht gibt. Einige stürzen sich infolgedessen in Resignation und Depression, aber erst wenn wir unsere Existenz der Sinnlosigkeit des Lebens unterordnen, können wir ein erfülltes Leben führen.

Camus führte diesen Gedanken erstmals im Essay Der Mythos von Sisyphos aus. Sisyphos war ein griechischer König, der es sich bei den Göttern verscherzt hat und zu einem grausamen Schicksal in der Unterwelt verurteilt worden war. Einen großen Felsbrocken musste er einen Berg hinaufwälzen, der anschließend wieder hinunterrollt, damit das Spiel von vorne anfängt. Diese Sage faszinierte Camus und inspirierte ihn, sich weitere Gedanken zu machen. Doch auch Camus sieht, dass vieles von dem, was wir tun, sinnvoll erscheint. Wir können gar nicht anders, als unser Leben für sinnvoll zu halten. Der Sinn ist aber nicht draußen, sondern in unserem Inneren, in unseren Köpfen, in unserer Vorstellung. Die Welt hat nämlich weder Sinn noch Zweck, sie existiert bloß. Aber wir verfügen über Geist und finden infolgedessen überall Bedeutungen.

Das Absurde ist das Gefühl, welches uns befällt, wenn wir bemerken, dass der Sinn unseres Lebens nur in unserer Vorstellung ist. Es entsteht aus dem Widerspruch zwischen diesem Bewusstsein und der Erkenntnis über die Sinnlosigkeit der Welt.  Doch wie können wir damit leben?

Wenn wir unsere Situation erkennen, sind wir in der Lage, ein erfülltes Leben zu führen. Wenn wir von der Absurdität des Daseins ausgehen, wird das Leben zu einer ständigen Revolte gegen die Sinnlosigkeit und wir sind frei.

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4 Kommentare zu „Die Sinnlosigkeit des Lebens

  1. Der Sinn des Lebens
    …Albert Camus hat ihn erst gar nicht gesucht – da es ihn nicht gibt…
    Inzwischen sind wir gut über 1/2 Jhdt. weiter, seit Camus diesen Ort verlassen hat. Eine Weiterentwicklung der Philosophie hat stattgefunden. Die „Sinnfeldontologie“ aus dem „neuen Realismus“ zeigt eine befriedigerende Antwort auf – s. Markus Gabriel:
    „Warum es die Welt nicht gibt“ ISBN 978-3-550-08010-4
    Wem die Lektüre des Buches zu umfangreich ist, kann zumindest über

    (Festrede vom 18.10.2009 zum Beginn des Wintersemesters der Uni Bonn)
    in 20 min einen Einblick in diese neue Philosophie erhalten.

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