Drogen

Ich werde manchmal gefragt, was mich am Thema Drogen so fasziniert. Die meisten glauben, ich würde in kürzester Zeit zum Junkie mutieren und mit zahlreichen chemischen Substanzen herumexperimentieren. In Wirklichkeit umfasst diese Thematik ungeheuer viele Gebiete, die auf den ersten Blick langweilig und trocken erscheinen, dies kann sich aber schnell ändern, wenn man mal überlegt.

Natürlich wäre es interessant, mal zu erfahren, wie man sich fühlt, nachdem man Kokain konsumiert hat, oder nachdem man Cannabis geraucht hat, aber wie kommen diese Gefühle überhaupt zustande? Welchen Ursprung haben Gefühle an sich eigentlich? Und wie schnell ändern sich die Emotionen beim Konsum? Was passiert im Gehirn, welche Hormone, Botenstoffe werden ausgeschüttet und wie schmeckt der neurobiochemische Cocktail, den ich trinke, meinem Gehirn? Welche Wirkung entfachen diese Stoffe? Wie funktionieren sie? Wie sind sie eigentlich auf Molekülebene gebaut und wie werden sie hergestellt?

Damit kommt man schnell in das Gebiet der Neurologie, der Chemie und der Biologie, teilweise auch in das Revier der Psychologen, die zusätzlich erklären können, welche psychischen Auswirkungen die benannten Substanzen eigentlich haben, wie Sucht entsteht, was Suchterkrankungen sind und so weiter und so fort. Durch unser Wissen über das Gehirn, können wir psychologisch besser erklären, weshalb Menschen im Rausch gewisser Drogen ein bestimmtes Verhaltensmuster aufweisen. Und wenn wir über Psychologie reden, kommen wir irgendwann zur Soziologie und zur Gesellschaft

Denn die Gesellschaft hat natürlich einen gewissen Stereotyp, den sie als Junkie darstellt und alle Konsumenten werden infolgedessen in diese eine Schublade gesteckt. Das bietet reichlich Stoff für Gesellschaftskritik. Die Auswirkungen auf die Konsumenten können durch das Zusammenspiel diverser psychologischer Effekte erklärbar gemacht werden. (So wie es erzaehlmirnix einst mit den Missbrauchsbetroffenen gemacht hat)

Da spielt die Politik auch eine große Rolle, die schließlich mit der Gesellschaft zusammenhängt. Die Bürger der Gesellschaft wählen die Politiker, und diese können anschließend einflussreicher handeln. Die gegenwärtige Situation sieht so aus, dass ein großer Krieg gegen Drogen geführt wird, der ziemlich kontraproduktiv ist. Das kommt aber auch auf das Gebiet an, schließlich würden in Deutschland nicht so leicht Drogenkartelle entstehen, aber in Mexiko schon. Es werden sogar Gelegenheitskiffer bestraft, obwohl sie im Grunde genommen niemanden schaden. Die richtigen Verbrecher sind die skrupellosen Drogenbosse, die nur auf Profit aus sind und über Leichen gehen.

Es gibt darüber hinaus Gesetze, womit wir im Bereich der Justiz sind, die den Verkauf und den Besitz von Rauschmitteln einschränken. Dazu habe ich mal einen Text verfasst, aber auch viele YouTuber veröffentlichen Videos, in denen sie sich für die Legalisierung von Rauschgiften einsetzen und es gibt sogar den Deutschen Hanfverband. Da gibt es SOundSOgesehen oder Teilzeitnerd. Und die Frage, wie sich diese Regeln auf die Wirtschaft und auf die Gesellschaft auswirken, ist auch bedeutsam.

Dass es Drogengesetze gibt, die Alkohol und Tabak erlauben, aber Cannabis nicht, ist nicht purer Zufall. Das liegt an den historischen Entwicklungen. So waren Alkohol und Tabak schon im 19. Jahrhundert Volksdrogen und Cannabis war äußerst unbekannt und wurde erstmal als schädlich abgestempelt. Kokain dagegen war paradoxerweise erlaubt, da die schädliche Wirkung weitestgehend unbekannt war.  Im Jahr 1930 wurde die Droge in Deutschland verboten.

So weit ich weiß gibt es alte Kulturen, die zahllose Substanzen konsumiert haben. Deren Interpretation des Rausches in Bezug auf Philosophie, Theologie und Spiritualität ist sagenhaft. Eindrucksvolle Geschichten und Legenden werden über die Wirkung von pflanzlichen Mitteln erzählt und sind ein fester Bestandteil vieler Zivilisationen.

Und das ist der Grund, weshalb ich so sehr von dieser Thematik beeindruckt bin. Aber was denkt ihr dazu?

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Ein Kommentar zu „Drogen

  1. Reguliert wird alles was möglich ist. Verboten wird, was keine Lobby hat.
    Würde jeder in seinem eigenen Laden genauso machen. Zur Allgemeingültigkeit von Gesetzen muss man Kant fragen.
    Wer schnell Geld braucht und nicht langfristig planen will (kann), verkauft Gras. Da kann man die Staatsregierung von Colorado fragen.
    Koks verkaufen ist keine Lösung. Bringt nur Ärger mit Gestörten, die erst schießen und niemals Fragen.
    Weiterer Diskussionsbedarf überflüssig, es gilt der 1. Hauptsatz der transatlantischen Beziehungen: JEDE (Schnaps-) Idee aus USA wird (mit angemessener Verzögerung) in Europa eingeführt.

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