Pädophilie

Vorab will ich sagen, dass ich hier nichts verharmlosen will, sondern eine differenzierte Betrachtung dieser sexuellen Orientierung unterstütze.

Aber was ist eigentlich Pädophilie? Sind Betroffene die größte Gefahr für Kinder? Wie ist die wissenschaftliche und medizinische Definition von Pädophilie? Und was die vorherrschende allgemeine Definition dieser Vorliebe?

Der Psychologie nach ist Pädophilie eine psychische Störung im Bereich der Paraphilie, also eine Störung der Sexualpräferenz.

Eine psychische Störung ist etwas erst, wenn etwas Leidensdruck erzeugt, von der Norm stark abweicht, den Betroffenen funktional einschränkt oder selbst-/fremdgefährdet.

Es gibt zwei Kataloge, um Krankheiten oder Störungen zu diagnostizieren. Zum einen ICD, der alle bisher bekannten Krankheiten umfasst und beschreibt. Pädophilie wird als eine sexuelle Präferenz für vorpubertierende Kinder definiert. Die Sexualpräferenz steht vordergründig.

Im DSM, ein Katalog für mentale Störungen, wird Pädophilie als sexuelle Aktivität mit einem Kind unter 13 Jahren definiert. Hier steht die Aktivität, nicht die Vorliebe, im Vordergrund.

Es gibt dementsprechend keine allgemein-medizinische Definition, aber alle sind sich einig: Es ist eine Störung.

Die Störung schafft Leiden, die Betroffenen weichen von der Norm ab und gefährden schlimmstenfalls andere Menschen. Dabei ist die Lebensqualität der Betroffenen nur eingeschränkt, weil es einen gesellschaftlichen Konflikt bei der Auslebung gibt und es im Allgemeinen weder akzeptiert noch toleriert wird.

Viele verwechseln im Übrigen die Pädophilie, die Vorliebe, mit Pädosexualität, also die Aktivität. Darüber hinaus sind aber nicht alle Kinderschänder pädophil, obwohl beide Begriffe heute fast gleichbedeutend sind.

Laut den Kriminalstatistiken sind 12-20% aller Kinderschänder pädophil. Das ist erschreckend wenig. Ein Beispiel für den stereotypischen Pädophilen, der aber gleichzeitig keine sexuelle Neigung zu Kindern hat, ist Mark Dutroux. Er war nicht pädophil, sondern ein gegenüber Gewalt empfindungsloser Psychopath, der aus Machtstreben und Geldgier gehandelt hat, allerdings schuldfähig ist, wie alle psychiatrischen Gutachter bestätigten. Nur die wenigsten Kinderschänder sind also tatsächlich pädophil. Wesentliche Motive für sexuelle Übergriffe an Kindern sind der Wunsch nach dem Machtgefühl, nach dem Gefühl der eigenen Überlegenheit und das Ausleben des Sadismus. Hinter dem Gefühl der eigenen Überlegenheit liegen meistens Minderwertigkeitsgefühle.

Außerdem sollte man die Betroffenen nicht auf ihre sexuelle Orientierung reduzieren, schließlich suchen die Patienten auch die emotionale Nähe zu Kindern oder verlieben sich gar in sie. Die Erscheinungsformen sind genauso wie bei anderen Orientierungen vielfältig.

Und wie die Kriminalstatistiken zeigen, muss schließlich nicht jeder Betroffene übergriffig werden. Viele wissen, dass ihr Verlangen in der Realität nicht umsetzbar ist und unterdrücken sie – was aber nicht immer funktioniert. Viele suchen eine Therapie oder eine Selbsthilfegruppe, doch das Outing ist schwer, da es oft zu Ausgrenzung führt. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass Bekannte oder Verwandte anderweitig von der Therapie erfahren, sodass der Betroffene zwangsgeoutet wird und folglich ausgegrenzt wird. Wenn die Störung gesellschaftlich akzeptiert wäre, wäre es für die Patienten leichter, sich zu outen und Hilfe zu suchen.

Niemand sucht sich seine Vorlieben aus. Forscher sind sich nicht darüber einig, wie Pädophilie oder sexuelle Skripte im Allgemeinen entstehen. Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle. Man diskutiert über Entwicklungsauffälligkeiten des Gehirns, hormonelle und Neurotransmitterauffälligkeiten. Das sind aber nur die neurologischen Ursachen, die frühkindlichen Erfahrungen und psychologischen Gründe sind genauso wichtig. So hatten Betroffene frühe Beziehungs- und Bindungsstörungen sowie eigene Missbrauchserfahrungen. 2002 gelang es erstmal per Hirnscan an der Kieler Uniklinik mit einer Genauigkeit von 95 Prozent Pädophile von Nichtpädophilen zu unterscheiden.

Die Vorliebe ist nicht heil- oder änderbar. Die Homosexualität ist auch nicht heilbar, auch wenn es von christlich-fundamentalistischen Seelsorgern propagiert wird. Aber Pädosexualität ist heilbar – das Verhalten des Täters kann man ändern, um seine Gefährlichkeit für die Gesellschaft zu mindern.

Es gibt aber auch auf der anderen Seite Betroffene, die die Unmöglichkeit ihres Begehrens leugnen: Pädophile Ideologen. Sie meinen, dass eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern möglich ist. Frühkindliche Sexualität deuten sie als sexuelles Interesse.

Diese behaupten auch wahrheitsgemäß, dass es Kinder gibt, die sexuelle Handlungen wollen. Hier muss man aber auch unterscheiden: Es gibt die willentliche und wissentliche Unterscheidung.

Ein Kind kann zwar willentlich zustimmen, aber ihnen fehlt der Zugang zu ihrer Sexualität und sie können die Folgen und die Tragweite der Handlung nicht einschätzen. Der Missbrauch muss nicht zwangsläufig traumatisierend sein, aber es gibt ein sehr hohes Risiko. Es ist völlig irrelevant, ob das Kind willentlich zustimmte, das Risiko besteht dennoch und der sexuelle Kontakt zu Kindern ist nicht akzeptierbar und muss bestraft werden.

Wie steht ihr zu der Pädophilie? Akzeptiert ihr sie? Sollten Täter kastriert werden? Ist die chemische Kastration von Betroffenen gerechtfertigt?

Eier ab für Pädophilie (erzaehlmirnix)

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