Sinn des Lebens

Zu einer Zeit einer depressiven Phase, die so gut wie jeder mal durchläuft, stellt man sich die Frage, welchen Sinn das Leben überhaupt hat. Zu dieser Frage gibt es eine Menge Antworten.

Viele meinen, man müsste dem Leben erst einen Sinn geben, man käme sinnlos auf die Welt und man muss erst einmal herausfinden, weshalb man hier bleibt. Aber warum setzt man eigentlich voraus, dass ein Leben etwas haben muss oder kann, was man Sinn nennt?

Ein grundsätzliches Problem bei der Sache ist, dass man einen Standpunkt immer wieder hinterfragen kann. Man kann diesen Prozess unendlich oft fortsetzen, das nennt man auch den infiniten Regress. Das hat man auch, wenn man sich fragt, wie das Universum entstand oder woher Gott kommt. Die Frage nach dem Sinn ist endgültig nicht zu beantworten.

Warum fragen sich die Sinnsuchenden eigentlich nicht, weshalb sie überhaupt nach dem Sinn des Lebens fragen? Was bringt ihnen der Gewinn oder der Verlust? Es ist so sinnlos, so viel Zeit und Arbeit aufzuwenden, währenddessen könnte man sein Leben wirklich führen. Man fragt nach den Sinn, weil er verlorengegangen ist. Wenn der Sinn da wäre, würde man erst gar nicht fragen. Das ist der Grund, wieso Personen mit Depressionen nach den Sinn suchen.

Meiner Ansicht hat das Leben keinen Sinn. Nichts hat irgendeinen Sinn. Wir sind nur eine etwas fortgeschrittene Brut von Affen auf einem kleinen Planeten, der um einen höchst durchschnittlichen Stern kreist, so Stephen Hawking. Wir sind so extremst klein in diesem extremst gigantischen Universum. Man kann alles hinterfragen, jeden Sinn, jedes Ziel, jede Mühe und Hoffnung. Viele denken deswegen, dass ich kaum lebensfähig sei, aber das stimmt nicht. Genau deswegen bin ich so motiviert, etwas zu erreichen. Jedes Mal wenn ich einen Fehler mache, rege ich mich nicht mehr darüber auf. Ich war dysfunktionaler Perfektionist, bis ich bemerkt habe, dass es keinen Sinn ergibt, sich über irgendetwas aufzuregen. Wenn ich bei jemanden falsch ankomme, weiß ich, dass es völlig egal ist. Weil eben alles so sinnlos ist. Wenn jemand in meiner Umgebung mich verlässt oder stirbt, trauere ich nicht nach, sondern sehe nach vorn. Wenn ich einen schweren Schicksalsschlag erleide oder Konsequenzen für mein Verhalten tragen muss, ist mir das egal. Denn alles ist sinnlos und das erleichtert mir alles.

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9 Kommentare zu „Sinn des Lebens

  1. Ich habe selten so etwas deprimierendes gelesen, wie das, was du geschrieben hast.
    Wer will mit einem Menschen zusammen sein, der sich über „nichts aufregt“? Welche Frau möchte mit so einem langweiligen und abtörnenden Mann ins Bett steigen oder umgekehrt oder wie auch immer.
    Wer will mit einem Menschen zusammen sein, dem alles egal ist, selbst wenn man/frau stirbt?
    Sag mal, schreibst und denkst du immer einen solchen Unsinn?

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    1. Hättest du wirklich darüber nachgedacht, wäre es für dich nicht deprimierend, denn für mich ist es auch nicht, was ich ausdrücklich erwähnt habe. Um die erste Frage zu beantworten, musst du mich näher kennen. Eine Person, die sehr anfällig für Wutausbrüche ist und sich über jeden kleinen Fehler aufregt. Würdest du gerne mit so einer Person zusammen sein? Bestimmt nicht. Ich selbst will mich gar nicht über alles aufregen. Das ist destruktiv. Und mit einer Person, die mich nicht akzeptiert, will ich erst recht nicht zusammen sein.
      Und wer sagt, dass man durch diese Einstellung abtörnend oder langweilig wird? Im Gegenteil – diese Einstellung motiviert mich, weiterzumachen, zu lernen, Projekte zu starten und nimmt mir meine Angst. Denn Angst ist eine Blockade fürs Denken und Handeln. Und im Bett ist das eine ganz andere Sache. Wenn du da noch an Philosophie denkst…
      Willst du, dass man traurig ist, wenn du stirbst? Willst du das wirklich? Willst du wirklich, dass dein Lebensabschnittsgefährte in eine Depression gerät und dadurch lebens- und arbeitsunfähig wird? Wie kann man das nur wollen?! Was für ein Mensch muss man denn nur sein? Ich will es nicht. Natürlich will ich nicht vergessen werden. Aber ich will, wenn ich gehe, dass jeder, der mir wichtig ist und dem ich wichtig war, denkt, dass ich ein glückliches Leben geführt habe, dass ich meine Tiefen überwunden habe, dass ich etwas erreicht habe und dass ich ein toller Mensch war. Aber nachtrauern – Nein! Ich will niemanden eine Last sein oder werden. Weder in meinem Leben noch danach.
      Vielleicht solltest du nachdenken, bevor du jemanden diffamierst. Es lässt dich in einem schlechten Licht erscheinen und niemand will mit einer solchen Person zu tun haben.

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    2. Ich wollte Dich nicht diffamieren, auch wenn das natürlich so rübergekommen ist sondern zum Nachdenken anregen, was Du ja auch tust. Ich war selber mindestens zwanzig Jahre Atheist und verstehen jeden, der meistens gute Gründe dafür hat.
      Nur das mit der Trauer sehe ich anders. Ich begleite seit seit über zwanzig Jahren Sterbende und Trauernde regelmäßig. Ich habe es nur ein einziges mal erlebt, dass Trauer verboten war, das war bei den Zeugen Jehovas als eine Verwandte beerdigt wurde. Die Farbe schwarz war verboten, sondern alles muste in weiß sein, weil die Oma ja in den Himmel kommt und sich ihr ganzes Leben nichts anderes gewünscht hat. Unser Leben ist mehr als nur unser eigenens Leben. Eltern, die ein Kind verloren haben, kommen niemals über ihren Schmerz hinweg, nicht mal bei den Zeugen Jehovas. Wer sich das trauern und den Schmerz verbietet, verbietet sich auch die Freude und das Leben. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.

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    3. Dann schreibe nicht, dass meine Meinung Unsinn ist. Das will niemand hören.
      Ich verbiete mir das Trauern nicht. Ich bin vielmehr dazu nicht fähig. Aber ich will nicht über meine psychopathologische Auffälligkeit sprechen.

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  2. Dies war der erste Beitrag, den ich auf diesem Blog gelesen habe, und der ausschlaggebende Grund, dir zu folgen. Was für ein beflügeltes Lebensgefühl muss das sein, alles hinnehmen zu können und in die Zukunft zu blicken. Aber ich habe einmal ein Buch gelesen, in dem eine Person so gut im Loslassen war, dass sie mit dem Leben beinahe dasselbe tat, als es in Gefahr schwebte. Ob man mit diesem leichten Loslassen leben kann, kommt wohl auf die Neigung der jeweiligen Person an. Ansonsten bin ich derselben Meinung wie du!

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    1. Oh, das freut mich!
      Meiner Meinung nach hat es eben keinen Nutzen, in Trauer oder Selbstmitleid zu verfallen. Natürlich bin selbst ich nostalgisch, aber die Nostalgie nehme ich nicht als bedrückende Sehnsucht wahr. Ich sehe, wie ich mich verändert habe und das bestärkt und motiviert mich, mich weiter zu verbessern und weiterzumachen.
      So gut im Loslassen zu sein, dass man mit dem Leben dasselbe tut, ist schlicht und ergreifend töricht. Angst ist zwar hemmend, aber die evolutionär notwendige Funktion zur Lebenserhaltung. Und in einer gefährlichen Situation sollte man sie nicht unterdrücken, sondern nutzen, um schnell zu handeln.

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