Ideenwerkstatt

Kritische Reflexionen eines ehemaligen Veganers

by Egotheist

Vegan zu leben, heißt nicht, auch gesund zu leben. Einigen Veganern geht es mehr um Ethik als Gesundheit. So ging es mir auch. Aus einer ethischen Ernährung wurde eine Fehlernährung: Anstatt meine Ernährung gut zu planen, stieg ich auf Fertig- und Ersatzprodukte um, die gemieden werden sollten. Üblicherweise enthalten diese Produkte nicht nur reichlich Salz, Zucker und Fett, sondern auch künstliche Aromen und unaussprechbare Zusatzstoffe. Getreideprodukte gab es auf meinem Speiseplan in Hülle und Fülle. Kurzum: Folgen waren Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit, Blässe und unreine Haut. Daher entschied ich mich, Vegetarier zu werden und mich mehr mit Ernährungswissenschaften zu beschäftigen.

Moralische Bedenken plagten mich bei der Umstellung: Das erste Glas Milch trank ich mit Widerwillen. Schließlich hatte ich genug Gründe, um vegan zu leben. Auf der anderen Seite ergänzte ich diese Gedanken um eine weitere Überlegung: Sollen setzt Können voraus. Ich konnte mich mangels lebensmittelkundlicher Kenntnisse nicht gesund und vegan ernähren – sofern dies möglich ist -, daher war der Abbruch meines Projekts berechtigt. Denn: ein ethisch erfülltes Leben bedeutet nicht, ein selbstaufgebendes Leben, sondern ein selbsterfüllendes Leben zu führen. Für das Wohl der Tiere habe ich meine Gesundheit gefährdet.

Obendrein würde die vegane Ernährungsweise als Standardkost die Nachfrage für tierische Produkte derart senken, dass deren Produktion nicht mehr profitabel wäre. Damit wäre die Tierhaltung abgeschafft, dachte ich. Ein unmöglich zu erreichendes Ziel. Tatsächlich sind Menschen auf tierische Produkte angewiesen, vor allem Stillende, Schwangere, Babys, Kinder und Jugendlichen. Die geistigen und körperlichen Schäden für Babys können bis hin zu Behinderungen oder Hirnatrophie reichen. [1, 2, 3, 4] Hier stellt sich die Frage: Was ist uns wichtiger? Unser Leben oder das Leben vieler Tiere? Hier wäge ich ungern ab, da ich beidem eine hohe Bedeutung beimesse. Daher muss ich mich mit einem Kompromiss zufrieden geben. Seit einigen Monaten esse ich wieder Milchprodukte und Eier aus tierfreundlichen Betrieben, zugunsten meines Wohlbefindens.

Für Veganer bleiben Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Samen, Getreide und Schließ- wie Schalenfrüchte, heißt Kerne und Nüsse, übrig. Hülsenfrüchte, Getreide, Samen und Schalen- wie Schließfrüchte sind gesundheitlich aus mehreren Gründen bedenklich. Die antinutritiven Inhaltsstoffe der Hülsenfrüchte, Schalen- wie Schließfrüchte und Getreide wie Gluten, Lektine, Phytinsäure können unverarbeitet toxisch wirken und die Nährstoffaufnahme sowie die Proteinbiosynthese hemmen. [5] Durch traditionelle Verarbeitungsmethoden wie Fermentieren, Quellen, Wässern oder Keimen lassen sich diese Substanzen abbauen, doch leider sind diese für ein „modernes Großstadtleben“ oft viel zu aufwändig und zeitintensiv. [6] Ein weiteres Problem stellen die Proteine dar. Zwar ist die Deckung des Eiweißbedarfs bei einer rein pflanzlichen Ernährung möglich, aber schwierig. Denn die vorhin genannten problematischen Lebensmittel dienen oft als Eiweißquellen, da sie aber ein unvollständiges Aminosäurenprofil aufweisen, leidet die biologische Wertigkeit und damit die Proteinaufnahme des Körpers. Glücklicherweise kann man diese durch kluge Kombination deutlich erhöhen, weswegen die Proteinaufnahme kein Problem darstellt.

Die typisch kohlenhydratlastige Kost weist auch Schwierigkeiten auf. Jede Nahrung gelangt über den Mund durch die Speiseröhre in den Magen, in der sie in dosierten Portionen in den Dünndarm zur Verdauung und Nährstoffaufnahme gegeben wird. Die Zellen im Darmwand können allerdings nur Einfachzucker aufnehmen. Daher wird Stärke von Enzymen in Glucose aufgespalten. Anschließend wird der Traubenzucker an das Blut weitergegeben. Je schneller die Stärke in Glucose zerlegt wird, desto höher steigt auch Blutzuckerspiegel. Ballaststoffe dagegen, also unverdauliche Pflanzenbestandteile, verlangsamen den Glucoseanstieg. Nach dem Anstieg des Blutzuckerspiegels wird das Hormon Insulin ausgeschüttet, um die Aufnahme der Glucose in den Zellen zu ermöglichen. Der Großteil wird in der Leber und in den Muskeln aufgenommen, da nur diese fähig sind, Traubenzucker zu speichern. Dazu wird er wieder in langen Ketten aufgebaut, die man Glykogen nennt. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder.

Sowohl ein zu niedriger, als auch ein zu hoher Blutzuckerspiegel sind gesundheitlich bedenklich. Auf der einen Seite sind wir mit Müdigkeit, Heißhungerattacken, Nervosität und schlimmstenfalls Bewusstseinsverlust konfrontiert, auf der anderen Seite mit Schädigungen der Blutgefäße, Insulinresistenz und Diabetes. Allerdings nehmen wir nicht nur Kohlenhydrate bei jeder Mahlzeit auf, sondern auch Fett und Eiweiß. Insulin sorgt einerseits für eine Verstärkung der Aminosäuren in den Zellen und treibt den Aufbau von Eiweißen an, aber zum andern, dass Fette in den Zellen gespeichert werden sollen. Wenn der Insulinspiegel dauerhaft zu hoch ist, hören die Zellen nicht mehr auf, Fett zu speichern. Ein großer Teil der Nahrungsenergie wird in den Fettzellen gelagert, sodass man sich hungrig und müde fühlt, da der Energiebedarf nicht mehr vollständig gedeckt wird. Außerdem führt dies auch zur Insulinresistenz, der Vorstufe der Diabetes, da die Bauchspeicheldrüse nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit einen rapiden Anstieg des Blutzuckerspiegels registriert und weiterhin Insulin ausschüttet, bis eine Notlösung der Niere in Kraft tritt: Ab einer bestimmten Schwelle scheiden die Nieren den Traubenzucker aus dem Blut zu filtern und auszuscheiden. Man nennt das Diabetes. Insulinresistenz hat wiederum einen ungünstigen Einfluss auf den Triglyceridspiegel und auf die Lipoproteine, da die Leber bei einem Überangebot von Glucose diese in Fettsäuren umwandelt, die dann als Triglyceride ins Blut gegeben werden, was die Qualität der Lipoproteine niedriger Dichte verschlechtert. Mit einer kohlenhydratlastigen Kost läuft man Gefahr, das Risikoprofil für Arteriosklerose zu entwickeln, aber auch eine Verfettung der Leber lässt sich herbeiführen. Auch Fructose kann Schaden anrichten, da nur die Leber Fruchtzucker verarbeiten kann und es bevorzugt in Fett umwandelt. Dies hat eine Leberverfettung und den Anstieg der Blutfette zur Folge. Daher ist es ratsam, auf stärke- und zuckerreiche Lebensmittel zu verzichten, nicht nur bei veganer, sondern auch bei gemischter Kost. Andererseits: Insulinresistenz wird durch eine ballaststoffreiche, fettarme (und vegane) Ernährung vorgebeugt [7, 8]. Ansonsten haben Veganer ein vermindertes Risiko, an koronaren Herzkrankheiten zu erkranken. [9]

Das nächste Problem ist die unzureichende oder unausgewogene Nährstoffversorgung: Calcium, Eisen, Jod, Kreatin, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B12 und oft auch Zink. [10, 11, 12, 13, 14, 15, 16] Zwar enthalten auch pflanzliche Quellen beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, oder Zink, Calcium und Eisen, aber bei ersterem sind die geringen Umwandlungsraten von α-Linolensäure (ALA) zu Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) ein Problem [17, 18], und bei letzterem ist die niedrigere Bioverfügbarkeit eine Schwierigkeit [19, 20, 21]. Offensichtlich lautet die pragmatische Lösung, diese Nährstoffe zu supplementieren, doch die Produktion ist energieintensiv und meist werden die Präparate in Plastik und Aluminium verpackt. Der umweltschonende Aspekt des Veganismus wird damit ad absurdum geführt, vor allem wenn zusätzlich Importprodukte wie Quinoa, Bananen oder Kaffee konsumiert werden. Präparate mit isolierten Nährstoffen können keine vollwertige Ernährung ersetzen. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel mit einem einzigen, hoch dosierten Inhaltsstoff kann die Balance der Nährstoffe im Körper stören. Zu viel Eisen setzt beispielshalber die Verwertung von Zink herab und begünstigt Infektionen sowie Arteriosklerose. [22] Doch gibt es unheimlich viele Präparate auf dem Markt, sodass keine pauschale Aussage getroffen werden kann; und dass Supplemente nicht als Ersatz für eine ausgewogene und gesunde Ernährung dienen sollten, ist ethisch unbedeutend. Wenn ich zwei Möglichkeiten habe, von denen eine Option weniger Leid erzeugt als die andere und genauso effektiv sein kann, weshalb sollte ich mich dann für die andere entscheiden? In der Tat könnten finanzielle Gründe dagegen sprechen. Effekte, hochwertige Supplemente für essenzielle Fettsäuren, Vitamine und Kreatin sind nicht gerade günstig. Letztlich bleibt eine vegane und gesunde Ernährung ein Privileg. Das sollte es nicht sein.

Es ist wahr, dass viele Veganer durchaus positive Erfahrungen mit ihrer Ernährungsumstellung gemacht haben, was z. B. Gesundheit und Fitness angeht. Wissenschaftlich gesehen haben diese Aussagen keine Relevanz, da sie keine seriösen Untersuchungen ersetzen können. Aber man kann zu Recht mutmaßen, dass Veganer sich während ihrer Umstellung mehr mit Ernährung beschäftigen, auf Inhaltsstoffe und Zutaten von Fertigprodukten achten und gegebenenfalls auf sie verzichten oder selbst kochen müssen. Mischkost kann genauso ungesund sein wie Veganismus, wenn er falsch durchgeführt wird. Von daher haben einige Veganer sicherlich mehr Nährstoffe zu sich genommen als mit ihrer Mischkost.

Dass der Veganismus nicht praktikabel ist, ist mein vorläufiges Urteil. Selbstverständlich kann ich die Argumente für den Veganismus nachvollziehen, da ich sensibilisiert bin. Dahingegen bin ich offener und undogmatisch geworden, was eine intensivere, kritische Auseinandersetzung zur Folge hat. Ich bleibe Vegetarier. Da ich einen niedrigen Omega-3-Index und Kreatinmangel haben könnte, kann sich das ändern. Eins hat mich der Veganismus gelehrt: Ernährung sollte kein Spagat zwischen Gesundheit und Ethik sein.

Quellen:

[1] Ausgewogene Substratversorgung durch Fleischverzehr, Franziska Feldl, Berthold Koletzko

[2] Maternal vegan diet causing a serious infantile neurological disorder due to vitamin B12 deficiency, T. Kühne, R. Bubl, R. Baumgartner

[3] Mütterlicher Vitamin-B12-Mangel: Ursache neurologischer Symptomatik im Säuglingsalter, T. Lücke et al.

[4] Nutritiv bedingter konnataler Vitamin B12-Mangel als Ursache von Krampfanfällen und Myoklonien im Neugeborenenalter, F. Karakaya

[5] III. Nutritive und antinutritive Inhaltsstoffe der Leguminosen, R. Marquard

[6] Traditional Preparation Methods Improve Grains‘ Nutritive Value, Stephan Guyenet

[7] Gesundheitliche Effekte von Ballaststoffen, Deutsche Apotheker-Zeitung

[8] A low-fat vegan diet improves glycemic control and cardiovascular risk factors in a randomized clinical trial in individuals with type 2 diabetes, Barnard et al.

[9] Mortality in vegetarians and nonvegetarians: detailed findings from a collaborative analysis of 5 prospective studies.

[10] Dietary calcium: adequacy of a vegetarian diet.C. M. Weaver, K. L. Plawecki

[11] EPIC–Oxford: lifestyle characteristics and nutrient intakes in a cohort of 33 883 meat-eaters and 31 546 non meat-eaters in the UK., Davey et al.

[12] Iodine intake and iodine deficiency in vegans as assessed by the duplicate-portion technique and urinary iodine excretion., H. J. Lightowler, G. J. Davies

[13] Vegetarian diets : nutritional considerations for athletes., A. M. Venderley, W. W. Campbell

[14] Position of the American Dietetic Association: vegetarian diets., W. J. Craig, A. R. Mangels

[15] Vitamin B12 and homocysteine status among vegetarians: a global perspective., Ibrahim Elmadfa, Ingrid Singer

[16] EPIC–Oxford: lifestyle characteristics and nutrient intakes in a cohort of 33 883 meat-eaters and 31 546 non meat-eaters in the UK., Davey et al.

[17] Increase in dietary n-3 fatty acids decreases a marker of bone resorption in humans, Amy E. Griel et al.

[18] alpha-Linolenic acid supplementation and conversion to n-3 long-chain polyunsaturated fatty acids in humans, J. T. Brenna, N. Salem, A. J. Sinclair, S. C. Cunnane

[19] Choices for achieving adequate dietary calcium with a vegetarian diet, C. M. Weaver, W. R. Proulx, R. Heaney

[20] Position of the American Dietetic Association: vegetarian diets., W. J. Craig, A. R. Mangels

[21] Position of the American Dietetic Association: vegetarian diets., W. J. Craig, A. R. Mangels

[22] Nährstoffe in Pillenform, UGB Gesundheitsberatung

Vorgehensweise bei der psychologischen Analyse

by Egotheist

Auf diesem Blog habe ich einige Charakterstudien von Film- und Serienfiguren veröffentlicht. Wie bin ich dabei vorgegangen?

Dafür ist es erst einmal wichtig, allgemeine Zusammenhänge zwischen Charaktereigenschaften zu kennen. Machen wir ein Beispiel. So hängt Arroganz mit Eigenschaften wie Egoismus oder Egozentrik zusammen. Warum? Unter Arroganz versteht man zunächst die unrealistisch hohe Einschätzung des eigenen Wertes, Ranges oder der eigenen Fähigkeiten. Stelle dir also vor, dass du fest von deiner Überlegenheit überzeugt bist. Weshalb solltest du dann anderen Menschen dieselben Freiheiten eingestehen wie dir? Du bist doch mehr wert. Du hast demnach auch etwas Besseres verdient. Das heißt dann aber auch, dass du mehr haben darfst als andere, und dass du dir deine eigenen Regeln machst. Weshalb solltest du anderen Menschen überhaupt Aufmerksamkeit widmen? Eher sollten sie ihre Aufmerksamkeit nur dir allein widmen. Nun stell dir vor, dich unterbricht jemand! Oder dir hört jemand nicht wirklich zu! Wie kann es derjenige wagen, dir nicht zuzuhören? Es gibt doch nichts Besseres als dich! Es gibt kaum einen Grund, weshalb du dich mit anderen Menschen beschäftigen solltest. Doch, einen: Wenn sie dir nützen. Dabei ist es gleich, ob du anderen etwas für ihre Hilfe gibst oder nicht – du machst die Regeln. Moralisch ist, was dir nützt. Andere mögen denken, dass deine Erwartungen auf eine besonders günstige Behandlung übertrieben seien; du dagegen findest sie berechtigt, schließlich sollten deine Mitmenschen erkennen, dass du Priorität hast. Entsprechend ist dann dein Zorn, wenn auf deine Erwartungen nicht automatisch eingegangen wird; dein Neid, wenn andere bevorzugt werden; deine Missgunst, wenn andere dir gegenüber ihre faktische Überlegenheit demonstrieren; deine Habgier, wenn du erkennst, dass du vergleichsweise weniger Materielles angehäuft hast als ein anderer.

Zwar habe ich diese Zusammenhänge als Kausalitäten dargestellt, tatsächlich sind es eher statistische Korrelationen: Eine Charaktereigenschaften kommt überdurchschnittlich häufig mit einer anderen auf. Daher mag man vermuten, dass die Ursprünge dieser Merkmale ähnlich sind oder überdurchschnittlich oft gemeinsam auftauchen. Um beim Beispiel des Narzissmus zu bleiben: Die Quelle von Arroganz kann in mangelnder Bestätigung seitens der Eltern liegen, weshalb ein gesundes Selbstwertgefühl nicht entwickelt wird. Eltern, die diese Verhaltensweise zeigen, misshandeln oder vernachlässigen ihre Kinder oft, was dazu führt, dass das Kind kein Urvertrauen entwickeln kann. Daraus entstehen wiederum Beziehungs- und Bindungsprobleme, sogar Bindungsstörungen, aber auch Gefühlskälte gegenüber anderen, weil sie keine warmen, zärtlichen Gefühle erleben durften. Das alles sind Merkmale der dissozialen Persönlichkeitsstörung. Entdeckt hat man diese Charakterneurose dadurch, dass man ihre Merkmale überdurchschnittlich oft an einigen Menschen erkannt hat. Anschließend wurden die Biographien der Betroffenen studiert und immer wieder wurden dieselben Muster erkannt. Um jedoch die Kriterien für eine solche Störung zu erfüllen, muss man nicht alle Symptome erfüllen, sondern drei von sieben. Tatsächlich zeigen nicht alle Betroffene alle Merkmale, was die These der statistischen Korrelation bestätigt.

Vorsicht ist dagegen bei Schnellschlüssen geboten. Charaktereigenschaften lassen sich gut aus dem Verhalten eines Menschen erschließen. Wenn jemand wegen Kritik gekränkt reagiert und anschließend wütend wird, ist erst mal nur festzustellen, dass.. er durch Kritik gekränkt wurde. Wenn aber jemand übermäßig häufig auf berechtigte, konstruktive Kritik gekränkt reagiert und schließlich wütend wird, dann erst ist ein Verhaltensmuster feststellbar. Dann ist auch vorhersehbar, dass diese Person wieder dieses Verhaltensmuster zeigt. Daraus kann man nun eine Charaktereigenschaft ableiten: erhöhte Verletzlichkeit.

Dabei sollte man es aber nicht belassen. Nun gilt es zu hinterfragen, weshalb er kränkbar ist. Welche Geschehnisse in seiner Kindheit verursachten diese Eigenschaft? Wurde er von seinen Eltern vernachlässigt, gedemütigt und lächerlich gemacht? Oder wurde er von seinen Eltern verwöhnt, sahen ihn im einen perfekten Prinzen? Lässt sich seine Kindheit in Teilen rekonstruieren, kann man weitere mögliche Charaktereigenschaften ableiten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Für eine Charakterstudie ist psychologisches, aber auch psychiatrisches Wissen über seelische Erkrankungen sowie allgemeine Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitseigenschaften und vor allem die Beobachtung von Verhaltensmustern bedeutend.

Warum haben wir nicht auf ihn gehört…

by Leviakon

…schließlich hatte er doch Recht, oder? ist wohl eine Frage, die wir uns beim Lesen des Buches Mario und der Zauberer von Thomas Mann gestellt haben und wie es auch an deutschen Schulen gelehrt wird. Verfasst 1929, erschienen ein Jahr später, erzählt Mann von einem Zauberkünstler, Cipolla, der das Publikum verführt und hypnotisiert, regelrecht manipuliert. Mario, der von ihm zutiefst gedemütigt wurde, tötet am Ende Cipolla und setzt dem Schrecken ein Ende. Geschrieben wurde dieses Werk durch Manns Erfahrungen mit dem aufstrebenden Faschismus unter Mussolini in Italie; um die Menschen davor zu warnen, dass dies auch in Deutschland geschehen kann. Genutzt hat es nichts, Hitler kam 1933 in Deutschland an die Macht, das Ergebnis kennen wir alle.

Doch ist es realistisch, dass man mit dem Lesen von Manns Werk den Faschismus in Deutschland hätte verhindern können? Den Rest des Beitrags lesen »

Zur Menschenwürde

by Egotheist

Wie begründet man die Menschenwürde? Sollten die Wesen, denen Würde zugesprochen wird, diese durch die Zugehörigkeit zu einer Spezies erlangen? Wenn aber die Würde durch das Erfüllen eines Kriteriums zugesprochen wird, verlieren diese Wesen mit dem Fehlen dieser Bedingung die Würde. Wählt man die Vernunft oder zumindest den Verstand als Bedingung, verlieren beispielsweise Menschen mit geistigen Behinderungen ihre Würde, Kleinkinder, Embryos oder uns geistig unterlegene Tiere. Wie viel von der Vernunft muss man haben, um Würde zu haben? Wie bestimmt man dies? Wählt man den freien Willen als Bedingung, verlieren beispielsweise unzurechnungsfähige Menschen ihre Würde, zudem ist strittig, ob es einen freien Willen gibt. Die Leidensfähigkeit kann deswegen auch nicht die Bedingung für Würde sein, da es Menschen gibt, die sich schwer emotional oder körperlich verletzen lassen, in seltenen Fällen überhaupt nicht.  Aus der Zugehörigkeit zu einer Spezies als Voraussetzung für Würde folgt Speziesismus, aus der Zugehörigkeit zu einer Rasse oder Ethnie als Voraussetzung folgt Sozialdarwinismus und Eugenik. Als Gegner dieser Praktiken ist mir die Lebendigkeit als Kriterium eingefallen, da unbelebte Objekte nicht leidensfähig und nicht zu töten sind, da in ihnen kein Leben innewohnt, doch zu Schmerzen unfähige Menschen können durch Verletzungen zu Schäden kommen, die sie beeinträchtigen oder ihren Tod verursachen. Doch der Unterschied zwischen Leben und Tod ist kein dualistischer, sondern ein gradueller Verlauf – das Sterben. Im Sterben liegenden Menschen wären Träger von minderer Würde. Wenn man argumentiert, dass diese Wesen bereits Träger von Würde waren, und sie aus diesem Grunde genauso zu behandeln seien wie alle anderen Wesen, wären Organspenden verwerflich; wenn man argumentiert, dass diese Wesen potentiell ihre Würde (wieder)erlangen können, wären Verhütungsmittel und Abtreibung verwerflich.

Natürlich basieren diese ersten Gedanken auf dem Versuch, allen existierenden Lebewesen eine Würde zuzuschreiben, wie es in unserer Verfassung zumindest für die Menschen verankert ist. Scheitert der Versuch, die Würde überzeugend zu begründen, wäre die Würde lediglich eine idealistische Träumerei. Selbstverständlich könne man von unterschiedlichen Arten oder Abstufungen von Würde ausgehen, doch daraus folgt unweigerlich Rassismus oder Speziesismus, die beide Sozialdarwinismus oder Eugenik legitimieren – Diskriminierung sei aber zu verhindern. Denn die Würde ist ein zentrales Axiom moderner Gesellschaften. Verliert sie ihren Boden, fallen wir in ein tiefes Loch der Dekadenz.

Fragen rund um den Transhumanismus

by Egotheist

Sollten wir in die Evolution eingreifen?

Sollten wir so massiv in die Natur eingreifen oder gibt es eine natürliche Ordnung, die es zu bewahren gilt?

Können wir Zufriedenheit ohne Leid erkennen?

Können wir Glückseligkeit ohne Schmerzen, ohne negativen Erfahrungen überhaupt wertschätzen?

Aber was wäre, wenn der Tod eine bestimmte Funktion hat? Gehört zum Menschsein Krankheiten dazu? Der Tod? Negative Erfahrungen? Schmerzen? Brauchen wir das, um uns weiterzuentwickeln? Können wir uns ohne Leid weiterentwickeln?

Warum sollten wir mit der technologischen Entwicklung gerade am Menschen aufhören?

Wie steht es mit der Menschenwürde und den Menschenrechten, wenn der Mensch nicht mehr als gegeben betrachtet wird? Sollten die Objekte von Menschenrechte an diese Rechte durch die Zugehörigkeit einer Spezies gelangen? Sollten wir mit unserer Definition von Menschenwürde nach Kant auch Menschen mit Behinderungen ausschließen, wenn sie nicht autonom sind? Wenn wir Wesen erst Würde verleihen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen – warum sollten sie keine Würde innehaben, wenn sie ein einziges Kriterium nicht erfüllen? Haben Menschen, die nicht selbtständig handeln oder denken können, keine Würde? Darf man Menschen, die nicht leidensfähig sind, verletzen? Überhaupt, auf welche Kriterien sollte man sich festlegen und warum? Andererseits – wieso sollte man die Würde als Folge der Zugehörigkeit der menschlichen Spezies betrachten? Warum sollte man Tiere ausschließen?

Sollten wir aus moralischen Gründen Grenzen für die transhumanistische Aufrüstung setzen?

Wie wollen wir illegale Genmanipulation kontrollieren, wenn wir nicht mal Drogenhandel kontrollieren können?

Werden in einigen hundert Jahren transhumane Übermenschen auf uns herabblicken, wie wir auf die Menschen blicken, die aus Angst vor neuen Erkenntnissen das Teleskop Galileos zerbrachen?

Sollten wir Menschen nach Maßstäben von Maschinen bewerten?

Ist ein beinahe makelloser Körper wirklich besser?

In welcher Welt sollten unsere Kinder aufwachsen? Welche Weltsicht würden sie entwickeln? Welchen Grund hätten Kinder, unterlegene Kinder gleichberechtigt zu behandeln?

Würden zukünftige Menschen sich nicht verbessern, um mit sich selbst zufrieden zu sein, sondern um im Leistungskampf zu gewinnen?

Wie würden die Soldaten in einer transhumanistischen Welt aussehen? Wären sie eine körperlich allen überlegene, geistig psychopathisierte elitäre Organisation zur Unterdrückung von Aufständen und rebellischen Akten gegen den Transhumanismus?

Ist der Transhumanismus nicht der Traum des Turbokapitalismus?

Fördern wir nicht eine NS-ähnliche Eugenik? Erklären wir mit Präimplantationsdiagnostik, dass Menschen mit Behinderungen ein lebensunswertes Dasein führen?

Schulstress

by Egotheist

Verflucht sei doch das deutsche Bildungssystem! Wie soll man seine Freizeitinteressen, Familie, Freunde ausleben oder treffen können, wenn man von morgens bis abends in der Schule sitzt und daheim einen Berg von Hausaufgaben abarbeiten muss, bevor man für wichtige Klausuren lernt? Wie soll man sich entspannen können? Ruhig schlafen? Sport treiben? Motiviert bleiben? Nicht ausbrennen? Zeit für Musik haben, Poesie, Prosa, das Lesen von Büchern? Wanderungen oder Spaziergängen? Wenn Wellen von Klausuren sich wie Tsunamis aufbauen? Wie soll man denn noch leben? Wofür?

Warum gibt es etwas und nicht nichts?

by Egotheist

Die Philosophie ist eine Route, die von einem Ort ins Nichts führt. So wie auch bei der Frage Warum gibt es etwas und nicht nichts? Sie verschlägt jedem den Atem aufgrund einer erschreckenden Kompromisslosigkeit, einer seelischen Wucht. Die abgründigste aller Fragen; die Kluft zwischen dem Nichts und dem Universum. Sie ist das Geheimnis der Existenz, die Unruhe, welche die nie ablaufende Uhr der Metaphysik in Bewegung hält.

Theisten kommen schnell zu einem Ergebnis und behaupten, Gott hätte die Welt erschaffen. Leider ist die Antwort aus mehreren Gründen unglücklich. Es ist nicht schwer, auf solch eine Antwort zu kommen, weil man den logischen Lehrsatz Aus nichts kommt nichts auf das Universum anwendet und schlussfolgert, ein Schöpfer müsse die Welt erschaffen haben. Dieses Gesetz wird in den meisten Fällen nicht auf den Schöpfer angewandt und so kommt es, dass Gott selbst einen Gott braucht, der ihn erschaffen hat. Wie ich in meinem Text zu Atheismus bereits beschrieben habe, führt dies zu einem infiniten Regress, d. h., jeder Schöpfer braucht einen eigenen Schöpfer, so dass es zu unendlich vielen Schöpfern kommt. Für mich ist das eine eher unelegante These.

Der Big Bang selbst ist natürlich auch nicht zufriedenstellend, weil für mich die Frage stellt, wie es von dem Nichts zu Etwas kam und warum. Es gibt zwar Daten, die darauf hinweisen, dass die Big Bang Theorie plausibel ist, aber ich zweifle eher dran. Genauso zweifle ich dran, dass wir in absehbarer Zeit eine Lösung für dieses scheinbar unlösbares Problem finden werden.

Wissenschaftliche Erklärungen an sich sind in diesem Zusammenhang schwierig, weil sie zu einer Zirkularität führen. Denn enthält das Universum alles Physikalische, dann wäre eine wissenschaftliche Erklärung eine physikalische Ursache. Doch diese Ursache müsste dann ein Teil des Universums sein, oder nicht? Dieses Problem haben wir immer, wenn mir kleinen Ursachen beginnen, also wenn wir beispielsweise annehmen, eine winzige Quantenfluktuation des Vakuums hätte den Urknall verursacht oder alles begann mit einer Singularität.

Platon nach gebe es eine ethische Notwendigkeit der Existenz, das Gute führte dazu, dass die Welt existiert. Dem bin ich auch skeptisch gegenüber eingestellt. Wie kann das Gute vor der Welt existieren? Dann gäbe es vorher nicht das Nichts, sondern nur das Gute. Und was genau wäre dann das Gute? Wie würde es sich ausdrücken und zeigen? Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es keine logische Notwendigkeit gibt, dass das Gute die Welt verursacht. Es mag sein, dass man es als ethische Notwendigkeit betrachtet, aber wie genau sieht diese Folgereaktion aus?

Man könnte sogar fragen, ob das Nichts überhaupt eine metaphysische Option ist. Stellt euch vor, ihr beginnt, alle Energie restlos aus einer Raumregion zu entfernen. Malt euch aus, diese Region in ihrem niedrigsten Energiezustand zu verstehen, dem Vakuumzustand. An einem bestimmten Punkt dieses Energieentzugs geschieht etwas sehr Unerwartetes: Es kommt zu einer spontanen Bildung des Higgs-Felds. Es lässt sich nicht beseitigen, weil sein Betrag zur Gesamtenergie des Raums, den man zu entleeren versucht, negativ ist. Das Higgs-Feld ist etwas, was weniger Energie als nichts enthält. Begleitet wird es von virtuellen Teilchen, die pausenlos in die Existenz und aus ihr hinaus springen. Der Raum im Vakuumzustand erweist sich somit als völlig chaotisch.

Metaphysische Nihilisten versuchen die physikalischen Hürden zu umgehen und ziehen das sogenannte Subtraktionsargument ins Feld, eines der stärksten Argumente im Arsenal dieser Philosophen. Das Argument beginnt mit der Annahme, dass die Welt eine endliche Zahl von Objekten enthält – Tiere, Häuser, Bäume, Berge und so weiter und so fort. Es setzt auch voraus, dass jedes dieser Objekte kontingent ist. Obwohl das Objekt existiert, könnte es auch nicht existieren. Das erscheint plausibel. Im Film Ist das Leben nicht schön? denkt die Hauptfigur George Bailey nach einer Reihe von Rückschlägen an Suizid. Dank des Eingreifens eines Engels sieht George die Welt, wie sie wäre, wenn er nie geboren worden wäre. Er wird mit der Kontingenz seiner eigenen Existenz konfrontiert. Diese Kontingenz betrifft nicht nur einzelne Menschen, sondern wirklich jedes existierendes Ding. Schließlich macht das Subtraktionsargument noch eine Unabhängigkeitsannahme: das Nichtsein eines Objekts setzt nicht zwangsläufig das Sein eines anderen voraus.

Aber sind diese Prämissen wahr? Sind sie nicht nur gültig, sondern auch beweiskräftig? Das Argument der Endlichkeit und der Kontingenz scheinen in Ordnung zu sein, aber das Argument der Unabhängigkeit ist eher zweifelhaft. Im Film sieht George, dass es durch seiner Inexistenz viele andere Dinge gab, wie anrüchige Bars und Pfandleihen von Pottersville, die der geldgierige Bankier Mr. Potter gegründet hätte, wenn George ihn nicht gehindert hätte. Im Film Zurück in die Zukunft II gelingt es Marty McFly, die drohende Verhaftung seines Sohnes abzuwenden. Der zukünftige Biff Tannen erkennt jedoch die Funktion der Zeitmaschine und nutzt sie, um die Vergangenheit zu seinen Gunsten zu verändern. Dadurch entsteht ein terrorisienderes Gewaltmonopol, welches die Existenz seines Vaters quasi auslöscht. Ein strengeres, wissenschaftliches Modell zu dieser Analogie gibt es auch. So könnte man sich vorstellen, ein Positron und ein Elektron wären die einzigen Dinge auf der Welt. Man kann aber nicht eins weniger machen, weil das Ladungserhaltungsgesetz dies verbietet. Zwar haben beide eine individuelle Kontingenz, sind aber geprägt von einer existenziellen Verknüpfung. Man kann auch nicht von beiden zum Nichts vorgehen, da dies den Massen- und Energieerhaltungssatz verletzen würde.

Was ist eure persönliche Theorie zur Entstehung der Welt? Wie meint ihr, kann man die dargestellten Probleme lösen? Und in welchem Lager befindet ihr auch? Seid ihr Optimisten, also glaubt ihr, dass man irgendwann eine Lösung finden wird, oder seid ihr Pessimisten? Oder denkt ihr, dass die Frage völlig unsinnig ist? Schreibt mir eure Meinungen in den Kommentarbereich!

Lesenswertes:
Jim Holt – Gibt es alles oder nichts? Eine philosophische Detektivgeschichte.
Josef Honerkamp – Warum gibt es eigentlich irgendetwas und nicht einfach nichts?

Nazis vor der Schule

by Egotheist

Nach Unterrichtsschluss standen heute drei Vertreter der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (in Hessen) vor unserer Schule. Sie hielten ein Plakat mit der Aufschrift „Jeder Kultur ihren natürlichen Raum. Für den Islam in der islamischen Welt. Gegen Kulturvermischung und Überfremdung.“

Sie tragen Brillen und trinken Kaffee, nutzen Algebra und Algorithmen in ihren technischen Geräten – Errungenschaften aus dem islamischen Kulturkreis – und hetzen gleichzeitig gegen den Islam. Während sie sich gegen Kulturvermischung positionieren, vergessen sie völlig, dass wir schon längst von vielen verschiedenen Kulturen profitiert haben und beeinflusst wurden, genauso wie andere Kulturen von uns profitiert haben und beeinflusst wurden. Sie sprechen von einem zukünftigen großen Kulturkampf und behaupten auf Nachfrage lediglich, dass die Zeit es zeigen würde. Nebenbei halten sie den Islam für eine Kultur, verbreiten vor Migranten ihre ausländerfeindlichen Phrasen und machen antiamerikanische Verschwörungstheorien kund. Sprüche von der Art „Du wirst noch von Flüchtlingen vergewaltigt.“ waren auch dabei. Sie behaupten, der Islam hätte bei uns keine Daseinsberechtigung und pochen gleichzeitig auf unsere Werte – Religionsfreiheit gehört anscheinend nicht dazu.

Traurig, aber wahr.

Unsere westlichen Werte

by Leviakon

Was sind Werte eigentlich? Sind sie von Anfang an da, kommen sie erst, oder gibt es sie überhaupt? Zumindest berufen wir uns oft und gern auf sie. Lässt sich mit ihnen doch jede Ansicht begründen.

Doch haben wir die Werte, auf die wir uns als Gesellschaft beziehen, um sie vor anderen zu verteidigen, überhaupt?

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Ein ganzes halbes Jahr – Klasse überspringen

by Egotheist

Vor etwa einem Monat bekam ich von meinem Tutor die schriftliche Bescheinigung, dass ich offiziell die Qualifikationsphase dauerhaft besuchen darf. Vorher verblieb ich in dieser Jahrgangsstufe bloß probeweise. Durch beide Meldungen – also, dass ich eine Klasse probeweise überspringen darf und später, dass ich verbleiben darf – ist mir je ein Stein vom Herz gefallen. In das Freibad gelaufen und vom Drei-Meter-Turm gesprungen.

Bereits in der achten Klasse wollte ich eine Stufe überspringen, ließ es aber, da meine Eltern mich davon abgehalten habe (zu viel Stress etc.) Im Nachhinein war dies auch besser so, da ich dem letzten Jahr schöne Erfahrungen gemacht habe, die ich durch das Überspringen nicht erlebt hätte. In der Tat habe ich in der zwölften Klasse mehr Stress als in der neunten -, aber wer hat das nicht? Jeder ist erst überfordert mit dem Zeitmanagement und der Fülle an Aufgaben. Für mich hätte es da keinen Unterschied gemacht, ob ich eine Klasse überspringe oder keine. Die elfte Klasse hätte mich aber nur gelangweilt. Pro Woche schreibe ich nun zwei bis drei Klausuren, ich muss Referate halten, Berge von Hausaufgaben abarbeiten und ungeheuer viel lernen. Ich komme deswegen auch kaum noch dazu, Texte auf diesen Blog zu publizieren, also verzeiht mir. Wenn ich mich anstrenge, kommt jede Woche ein neuer Text, ansonsten nur ein einziger Text in einem Monat, wie es im Dezember war. Ja, das ist frustrierend. Nein, das wird so nicht bleiben.

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